Namborns Neuer ist ein Schwede

 
 
So wie auf diesem Foto kann ein Feuerwehr-Gerätewagen ausschauen – wie eine überdimensionale und mit allerlei Gerät vollgepackte Werkzeigkiste. Das Foto zeigt einen Gerätewagen der Feuerwehr Saarlouis.
So wie auf diesem Foto kann ein Feuerwehr-Gerätewagen ausschauen – wie eine überdimensionale und mit allerlei Gerät vollgepackte Werkzeugkiste. Das Foto zeigt einen Gerätewagen der Feuerwehr Saarlouis.
 
Namborn. Gemeinderat vergibt Auftrag für das Fahrgestell des neuen Feuerwehrgerätewagens. Von Thorsten Grim

Es wird ein Schwede. Wie die Mitglieder des Namborner Gemeinderats bei ihrer jüngsten Zusammenkunft einstimmig beschlossen, wird das neue Fahrzeug der Namborner Feuerwehr eines der Marke Scania. Das Fahrgestell samt Kabine baut demnach die Firma Motoren Baader in Saarbrücken. „Es ist zwar nicht das billigste Angebot, aber das wirtschaftlichste“, erklärte Thomas Rein, erster Beigeordneter der Gemeinde (CDU). Rein vertrat im Namborner Dorfgemeinschaftshaus den erkrankten Bürgermeister Theo Staub (SPD). 87 524,50 Euro kostet der fahrbare Untersatz laut Gemeindeverwaltung. Der Aufbau des Gerätewagens Logistik mit der Bezeichnung GW-L2 wurde separat ausgeschrieben, da die Größe des Werkzeugkastens und sein Preis von der Wahl des Fahrgestells abhängt.

Drei Angebote, erklärt später der zuständige Fachbereichsleiter Ralf Nonnengart, hätten vorgelegen, „die preislich alle nicht weit auseinander lagen“. Das nun angenommene war dem Gemeinderat einstimmig von den Mitgliedern des Finanz- und Personalausschusses empfohlen worden. Auch Nonnengart hält es für das beste. Das rühre zunächst einmal daher, dass Namborn, um den Bedürfnissen der Feuerwehr und deren Anforderungen gerecht zu werden, einen Lastwagen mit 16 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht benötigt. Um das zu erreichen, hätten die beiden anderen Anbieter ihre offerierten Brummis auflasten müssen. Ein solcher Umbau erlaubt die Beförderung größerer Lasten als ursprünglich vorgesehen. Bei nach Gewicht versteuerten Fahrzeugklassen kann eine Auflastung allerdings mit einer erhöhten Kraftfahrzeugsteuer einhergehen. Wobei das bei von der Kfz-Steuer befreiten Feuerwehrfahrzeugen keine Rolle spielt. Eine erhöhte Gesamtlast geht darüber hinaus jedoch meist mit einer verminderten Höchstgeschwindigkeit einher. Gründe, die für den nun in Auftrag gegebenen 18-Tonner sprachen. Außerdem sind laut Nonnengart die Werkstattkosten beim schwedischen Fahrzeugbauer vergleichsweise gering.

Weitere Vorteile seien Staufächer auf der Beifahrerseite in der Fahrerkabine und Drei-Punkt-Sicherheitsgurte für die Insassen. „Die anderen Hersteller haben Beckengurte angeboten“, berichtet Nonnengart. Ein zusätzlicher dritter Sitz im Frontbereich der Fahrerkabine könne zudem – auch anders als bei den anderen – nach Wunsch etwas zurückgesetzt eingebaut werden. Schließlich und endlich hat die Firma Motor Baader zugesagt, die Fahrer am Standort Namborn einzuweisen und zu schulen – kostenlos. Bei den anderen Anbietern hätten die Wehrleute für die sogenannte Fahrzeugeinweisung zum Hersteller fahren müssen. „Insgesamt war das einfach das Angebot, das für Namborn am besten gepasst hat“, fasst Nonnengart zusammen.

Angebote für den Aufbau des GW-L2 können noch bis zum 31. Januar abgegeben werden. Wie eingangs erwähnt, ist der Werkzeugkasten vom jeweiligen Fahrgestell abhängig. Darum die zeitversetzte Ausschreibung. „Vermutlich in der März-Sitzung werden die Gemeinderatsmitglieder dann auch über diese Auftragsvergabe abstimmen“, sagt Nonnengart. Interessierte Anbieter hätten sich bereits gemeldet und wissen wollen, für welches Fahrgestell sie planen könnten. Bislang konnte Nonnengart dazu nix sagen. Jetzt herrscht Klarheit

Allerdings wird es noch einige Zeit dauern, bis der Gerätewagen dann tatsächlich zum Einsatz kommt. Nonnengart geht von einem Liefertermin Ende 2019 aus. „Den Aufbau fertigen Spezialfirmen. Ab Auftragserteilung kann man mit zwölf bis 14 Monaten rechnen, bis das Fahrzeug ausgeliefert wird.“ 80 Prozent der Gesamtkosten des Nutzfahrzeugs wird laut Nonnengart übrigens der Landkreis St. Wendel über die Feuerschutzsteuer bestreiten, da der Gerätewagen bei möglichen Bahn-Unfällen auch für den Kreis im Einsatz sein wird.

Quelle:Saarbrücker Zeitung